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Vom Glück, einen treuen Begleiter zu haben

Vom Glück, einen treuen Begleiter zu haben

Nicht gesucht, aber gefunden!

Es gibt gute und sehr gute Freunde im Leben. Wer jemals einen Hund hatte, weiß, dass diese Spürnasen zu den allerbesten Freunden gehören, die man haben kann – besonders, wenn sie ihr Frauchen oder Herrchen selbst ausgesucht haben. Ich habe tatsächlich nie nach einem Tier gesucht, wurde aber dennoch immer wieder von einem gefunden. Ob Katze oder Hund, sie traten irgendwie zufällig in mein Leben und hatten lange vor mir schon längst beschlossen, dass sie bleiben.

Auf den Hund gekommen

Der letzte Vierbeiner, der meiner Familie „zugefallen“ ist, heißt Sammy und ist inzwischen 14 Jahre alt. Wir wollten eigentlich gerade keinen Hund – und schon gar keinen Rüden! -, als er mit einem Kumpel meines Mannes vor unserer Tür stand. Der hatte ihn nur kurz in Pflege, weil seine Besitzer für ein paar Tage nicht da waren. Es stellte sich aber schnell heraus, dass Sammy es in seinem Zuhause offenbar gar nicht guthatte. Das Ende vom Lied war, dass wir plötzlich die vierte Station des ungefähr ein halbes Jahr alten Hundes wurden.

Das ist nun 14 Jahre her, und wir haben es natürlich nie bereut, dieses Energiebündel mit dem riesengroßen Herzen bei uns aufgenommen zu haben.

Liebe auf vier Beinen

Meine Enkeltochter hat sich beim Laufen lernen an ihm festgehalten, und er hat mit endloser Geduld ihren Trippelschritten Halt gegeben, während ihre kleinen Hände sich in seinem dichten Nackenfell festhielten. Mit der Zeit haben viele Kinder mit und ohne Behinderungen durch seine behutsame Art die Angst vor Hunden verloren. Manche haben bei ihm Trost und Zuversicht gefunden.

Unser Garten hat ein wenig gelitten und im Laufe der Jahre immer mehr Sammy-Liegeplätze zulasten der nun zweckentfremdeten Blumenbeete erhalten. Aber wirklich böse konnten wir ihm deswegen nicht sein.

Leidenschaftliche Wasserliebe

Unzählige Bälle haben wir für ihn geworfen, und er hat sie zurückgebracht – am liebsten aus dem Wasser! Endlose Kilometer ist dieser verrückte Köter durch die Kieler Förde geschwommen. Er ist mit uns durchs Elbsandsteingebirge gewandert, hat kleine und große Menschen getröstet, ermutigt und sein Rudel auf Schritt und Tritt begleitet.

Wie es halt so ist mit Tieren, haben nicht nur wir ihn, sondern er auch uns erzogen, indem er uns Unsicherheiten und Inkonsequenzen sofort gespiegelt hat.

Natürlich ging im Laufe der Jahre das eine oder andere zu Bruch, und der frisch verschlungene Pansen fand nicht nur einmal eine Zwischenstation auf dem Wohnzimmerteppich, bevor er erneut verspeist wurde. Aber das verblasst angesichts der Freude und Loyalität als riesiges, unbezahlbares Gegengewicht.

Retter in der Not

Vor ein paar Jahren hat Sammy sogar todesmutig sein Herrchen verteidigt, als es im Wald von einem bösartigen, fremden Hund angefallen wurde. Seither ist er der Held unseres Viertels und hat viele Fans, bei denen er auf Spaziergängen Station macht, um seine Extra-Leckerlis zu erhalten. Denn alle Nachbarn wissen, wie lange er gebraucht hat, um sich von den Bisswunden zu erholen, die der andere Hund ihm zugefügt hatte (dessen Besitzerin übrigens nie die Verantwortung für die Attacke übernommen hat, sondern einfach ganz schnell abgehauen ist!).

Die Spuren der Zeit

Heute ist Sammy langsamer, und er hört fast nichts mehr, was zumindest an Silvester ein Segen für ihn ist. Er ist ein bisschen grau geworden und sein struppiges Fell noch etwas zotteliger. Aber er will uns immer noch beschützen und am liebsten nah bei uns sein. Abends liegt er gerne wärmend vor dem Sofa auf meinen Füßen. Das Laufen fällt ihm häufiger mal schwer, und die Ansprüche an das Futter sind – standesgemäß! – gestiegen. Frisch muss es am besten sein und weich und eben lecker.

Der Platz an der Sonne

Jetzt im Sommer liegt er am liebsten im Garten in der Sonne oder unter seinem geliebten Haselstrauch. Er möchte auch lieber draußen als drinnen speisen und kommt nur bei Regen freiwillig ins Haus. Wichtig ist nur, dass einer von uns in der Nähe ist. Er mag nicht mehr allein zuhause sein, und wir mögen ihn auch nicht mehr allein zuhause lassen. Zum Glück müssen wir das selbst im Arbeitsalltag nur für weniger als drei Stunden. In dieser Zeit schläft unser Senior im Winter ganz entspannt vor seinem „Hundekino“, dem Ofen mit Sichtfenster. Im Sommer jedoch lieber auf den kühlen Fliesen oder seiner Decke.

Er weiß immer noch, was uns guttut!

Allmählich werden die Abstände zwischen den Arthrose-Spritzen kürzer, und das Laufen wird trotzdem mühsamer. Wir wollen nicht daran denken, wie es einmal ohne ihn sein wird. Sein Blick sagt immer noch „Hey, ich bin hier, und ich weiß ganz genau, dass Du genau jetzt mit mir spazieren oder in den Garten gehen möchtest. Das wird Dir guttun!“

Und da er mich mitunter instinktiv besser kennt, als ich mich selbst, bin ich klug genug, auf ihn zuhören – und das hoffentlich noch möglichst lange!